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Waldbrände: Wo auf der Welt gerade Feuer lodern … und was das mit nachhaltigem Investieren zu tun hat

01 Aug 2023— 01:08 Uhr

Nachhaltig investieren

Es brennt nicht nur auf Rhodos: Aus der ganzen Welt werden Feuer gemeldet. Eine Studie zeigt: Der Klimawandel macht Hitzewellen und Waldbrände künftig wahrscheinlicher.

Jedes Jahr wüten die Waldbrände in Europa heftiger und länger – wie auf der griechischen Ferieninsel Rhodos, wo letzte Woche zehntausende Urlauber in einer beispiellosen Aktion evakuiert werden mussten.

Doch nicht nur dort brennt es: Auch in Algerien und Tunesien haben Brände teils große Schäden angerichtet und dort auch zu Todesopfern geführt. In der südtürkischen Provinz Mugla brach ein neuer Waldbrand aus, nachdem die Einsatzkräfte einen anderen Brand kurz zuvor unter Kontrolle gebracht hatten.

Mit Hitze und Trockenheit haben auch andere Länder im Mittelmeerraum zu kämpfen. Eine hohe Waldbrandgefahr besteht ebenfalls in Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Malta.

Wo es auf der Welt überall brennt

Eine Übersicht, wo es global brennt, gibt die US-Raumfahrtbehörde NASA: In einer Weltkarte, die für alle im Netz zugänglich ist, sind die Brände der letzten 24 Stunden verzeichnet. Dort kann nicht nur der Kartenausschnitt verschoben werden, sondern auch in den einzelnen Regionen herangezoomt werden.

Nimmt man hingegen die ganze Welt in den Blick, ist auf der Karte zu sehen, dass nicht nur im Mittelmeerraum Brände markiert sind. Auch in Kanada und Südamerika sind Feuerherde verzeichnet.

Hotspot Zentralafrika

Besonders auffällig ist dabei die Ansammlung von Bränden in Zentralafrika, die aus der Ferne wie ein einziges gigantisches Feuer wirken. Nach Angaben des “World Wide Fund For Nature” (WWF) ist Zentralafrika jenes Gebiet der Erde, wo es pro Jahr am meisten brennt. Die US-Raumfahrtbehörde definiere Afrika als “Kontinent in Flammen”, weil hier 70 Prozent der weltweiten Brände stattfinden.

Allein in Angola und der Demokratischen Republik Kongo gab es nach WWF-Angaben 2019 innerhalb weniger Tage mehr als 10.000 Brände. Auch Sambia, Mosambik oder Madagaskar leiden demnach immer wieder unter Bränden. “In Afrika brennen etwa 300 Millionen Hektar pro Jahr, das entspricht der sechsfachen Fläche Spaniens”, so der WWF auf seiner Webseite. Die meisten dieser Brände seien das Ergebnis landwirtschaftlicher Nutzung, begünstigt seien sie aber durch die Klimakrise.

Was kann nachhaltiges Investieren gegen die Klimakrise bewirken?

Grün ist das neue Gold: Am Finanzmarkt gewinnen nachhaltige Investments zunehmend an Beliebtheit. Immer mehr Anleger*innen sind überzeugt, dass ihr Kapital etwas bewegen kann. Es gibt gesellschaftliche, ökologische und soziale Herausforderungen, deren Bewältigung Sie mit Ihrem Geld unterstützen und dabei gleichzeitig ein Vermögen auf- und ausbauen können. Dabei müssen Nachhaltigkeit und Rendite keine Widersprüche sein: Untersuchungen zeigen immer wieder, dass sich Nachhaltigkeitskriterien in der Geldanlage überdurchschnittlich positiv auf den ökonomischen Erfolg auswirken.

Doch der Reihe nach: Was ist Nachhaltigkeit?

Der Begriff Nachhaltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft und wurde vor dem Hintergrund einer zunehmend überregionalen Holznot definiert. Im Jahre 1713 drohte dem Freiberger Berghauptmann Hans Carl von Carlowitz seine wichtigste Ressource Holz wegen des zunehmenden Silberbergbaus knapp zu werden.

Carlowitz war daher überzeugt, es müsse eine “kontinuierliche beständige und nachhaltende Nutzung” geben “ohne den Fortbestand des Landes” zu gefährden (Lexikon der Nachhaltigkeit). Kurz: Es sollten nicht mehr Bäume gefällt werden, als im selben Zeitraum nachwachsen können. 
Auf diesem Gedanken basiert die Definition von Nachhaltigkeit im Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung 1987: „Nachhaltig ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generationen entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“

Insbesondere die wegweisende Konferenz der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro machte das Konzept der nachhaltigen Entwicklung als internationales Leitbild weltbekannt.  

2015 haben die Vereinten Nationen diesen Anspruch einer nachhaltigen Entwicklung in ihre 17 Ziele, die sogenannten Sustainable Development Goals (kurz: SDGs), aufgenommen. Ihnen zufolge sollen bis 2030, unter Anderem, menschenwürdige Arbeit ermöglicht, saubere Energiequellen ausgebaut oder nachhaltige Produktions- und Konsummuster angeregt werden.

Nachhaltigkeit hat ganz viele unterschiedliche Gesichter – doch im Kern tauchen bei der Verwendung des Begriffs immer wieder drei Dimensionen auf: das Zusammenspiel aus sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit. Dieser Dreiklang wird auch als „Triple Bottom Line“ oder „Nachhaltigkeitsdreieck“ bezeichnet. 

Dabei greifen Ökologie, Ökonomie und Soziales ineinander – in ihrer Schnittmenge entsteht das Leitbild der Nachhaltigkeit. Eine gesunde Umwelt bildet die Basis für eine friedliche Gesellschaft, in der eine florierende Wirtschaft arbeiten kann, die wiederum eine gesunde Umwelt fördert.

Der Respekt vor Umwelt und Natur – die Ökologie

„Die Ökologie ist die Wissenschaft von den Wechselbeziehungen und Wechselwirkungen zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt, vom Stoffhaushalt und den Energieflüssen, die das Leben auf der Erde möglich machen und von der Anpassung der Organismen an die Lebensbedingungen“ (Hochschule Magdeburg-Stendal)

Gemeint ist der Kreislauf der Natur ohne Abfälle und Verschwendung, sondern mit Energie und Ressourcen, die sich in Zyklen bewegen. Ihr Spiel von Nährstoffen, Klima, Gezeiten usw. ist Grundlage für alles Leben auf dem Planeten – und damit auch für die menschliche Gesellschaft und Wirtschaft. 

Damit diese Basis weiter funktioniert, ist die Menschheit dem Umweltschutz verpflichtet. Dazu gehören der nachhaltige Umgang mit endlichen Ressourcen sowie die Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität und der Treibhausgas-Balance in der Atmosphäre (Klimaschutz).

Der Gerechtigkeitsfaktor der Gesellschaft – das Soziale

Die soziale Dimension der Nachhaltigkeit umfasst die intragenerative Gerechtigkeit: zwischen Menschen in Nord und Süd, Ost und West sowie zwischen heutigen und künftigen Generationen. Ein fairer und respektvoller Umgang miteinander, gleiche Chancen und die Achtung der Menschenrechte gehören dazu.

Den Zusammenhalt der Gesellschaft unterstützt unter anderem die Förderung von Bildung, Dialog und Kultur. 

Ein Anwendungs- bzw. Verhaltensbeispiel zur intragenerativen Gerechtigkeit bei nachhaltigem Konsum (Sustainable Consumption, Sustainable Development) wäre: Die eigenen Bedürfnisse sind so zu befriedigen, dass die Lebens- und Konsummöglichkeiten anderer Menschen nicht gefährdet werde

Die Relevanz der Wirtschaft – die Ökonomie

Ökonomie

Eine funktionierende Wirtschaft braucht es, damit Waren und Dienstleistungen ausgetauscht werden können und so die menschlichen Bedürfnisse befriedigt werden. Ist eine Lösung nicht ökonomisch tragfähig, fehlen die Mittel, um sie weiter anbieten und verbreiten zu können.

Deshalb müssen nachhaltige Innovationen und Angebote immer auch die Wirtschaftlichkeit im Blick haben und einen nachweisbaren Mehrwert liefern.

Wachstumschancen durch Nachhaltigkeit, das haben viele Unternehmen inzwischen verstanden.

Nachhaltigkeit heißt Zukunftsfähigkeit. Wer in nachhaltiger wirtschaftende Unternehmen investiert, kann von deren Ausrichtung auch ökonomisch profitieren. Das liegt daran, dass die Wettbewerbsfähigkeit solcher Unternehmen dauerhaft ist, weil das Wachstum vom Ressourcenverbrauch weitestgehend entkoppelt wird.

Zudem steigt die Nachfrage nach nachhaltigen Angeboten – Kund*innen machen sich zunehmend die Folgen ihres Konsums bewusst und suchen nach nachhaltigen Alternativen. 

Qualität und Preis sind nicht mehr ausschließlicher Fokus, die Aufmerksamkeit liegt zunehmend auf der gesamten Wertschöpfungskette: Es gibt Fragen nach der Herkunft von Rohstoffen, den Arbeitsbedingungen in der Lieferkette sowie etwaigen negativen Auswirkungen von Produktion und Entsorgung – und es werden Antworten erwartet.

So üben Konsument*innen und Anleger*innen immer mehr Druck aus, um eine verantwortungsvolle Unternehmensführung zu erreichen. 

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